Schmerz ist ein Gefühl

obwohl es physiologisch keins ist. Unstreitig ist Schmerz ein Abwehrverhalten, das durch Reaktion auf Erregung von Schadreizen entsteht. Das meiste vom Reizverkehr bekommen wir allerdings nicht mit, weil Schutzmechanismen diskret ablaufen, einen gewissen Schwellenwert brauchen und heimlich von autonomen Nerven vermittelt werden. Aber wir  gehen wir zum Arzt, weil uns unangenehm zumute ist, und nicht, weil uns ein physiko-chemischer Reiz auf die Nerven geht. Schon damals, im fernen Afrika, hatten die ersten Menschen vor allem das Gefühl, einsichtsfähig nach Plan zu handeln. Alles war offen, weil es noch keine Schlösser gab. Zweibeiniges Gehen mit aufrechtem Rücken und drehbarem Kopf  sorgte dafür, die Hände frei zu haben, um Nahrung, Waffen und Kinder über grosse Entfernungen hinweg zu tragen. Ihre energiereichen Körper nahmen zwangsläufig Stoffe auf und gaben sie entwertet wieder ab. Das passierte unmerklich beim Essen und Trinken, in frischer Luft, im Regen oder Sonnenschein und in ständig wechselnden Atmosphären. Als fein abgrenzbare Organismen  waren unsere Vorfahren in der Form  ihres Lebens, mochten sich selbsttätig  bewegen und vermehren. Heimlich angetrieben von Gefühlen, Emotionen, Affekten und was sonst noch so an  unwillkürlichen Regungen scheinbar zwecklos rumorte. Ebenso reizbar wie reizend, war niemand unserer Ahnen selbstständig genug, um ungebunden und unabhängig von den vertrauten Wesen in ihrer Umwelt zu leben. Das erging den Tieren, Pflanzen und allem was Zellen hat, nicht anders, aber deren Gemüt war, wenn überhaupt, nicht so erfüllt von den Lichtern im Himmel über uns und den moralischen Werten in uns.

Noch sprachlos, aber nicht gedankenlos, denn schon fähig mit Feuer umzugehen, um Andersartige zu kochen oder zu braten, brauchte auch der Fitteste noch die Nähe der Gleichgesinnten, um sich durch eindeutige Laute mitzuteilen. Nicht ohne sogleich mit Gesten und Grimassen auf genügend Distanz zu achten.
Anders als bei den bröckeligen Steinen, die unbelebt  in der Gegend herumlagen, konnte man an den belebten  Gesichtern ablesen, was ihre Eltern durchgemacht haben. Steine schleifen sich ab und bauen sich zwangsläufig wieder auf, sobald die Randbedingungen wieder wirken. Einmal zerstört, verschwinden lebendige Organismen dagegen irreversibel. Deshalb kann Lebendiges nur aus Lebendigem entstehen.
Mit Ursache und Wirkung machten sie so ihre Erfahrungen: eine kurze kalte Dusche forderte ihre Immunabwehr heraus, während nach ein paar Minuten zuviel im Eisbad der Stoffwechsel erstarb. Jeder Schreck landet zwangsweise in dem ureigenen Erlebnisraum, der sich aus der Wahrnehmung von feinen Bewegungen in Sichtweite da draussen und dem gerade noch spürbarem Gewebezug tief drinnen, ergibt. Je nach Signal drohender Gefahr verhält sich der lebendige Antrieb erstarrt oder erschlafft. Und bleibt da, bis die Episode vorübergeht. In diesem Spannungsraum voller Leben wurden die Menschen heimlich gezwungen, Farben zu erkennen, Schmerz zu erleiden, Ängste auszuhalten und Mühe zu ertragen. Ohne ursächlich  zu wissen, woraus  Erleben besteht, womit  Verhalten geformt ist, woher  Gegenwart  kommt und wozu  Bewusstsein da ist. Irgendwo muss das Gefühl ja stecken.

Schon zu Urzeiten unterlagen die Zwänge der Raumgenossen den unbewussten Einflüssen ihrer Umgebung, welche sowohl das Denken als auch das Abwehrverhalten samt Körperchemie bestimmten. Gefühle bewirken angeblich das Gleiche wie Gedanken, mit dem Unterschied, dass diese sich auch sprechen und in ganze Sätze auflisten liessen. Erfahrungen aus Kindheit und Jugend wirkten sich erst später im Alter aus. Einmal in kritischer Phase ungünstig erlebt, verdrängt oder vergessen, verhallte ein Zweitschlag nicht klanglos, sondern verstärkte sich zum Echo: zu allergischen Beschwerden, zu atopisch entzündlichen Verpannungen oder niederschwelligen Sörungen der Immunchemie, welche manch sensitiviertem Gemüt in kritischen Episoden Angst und Bange machte. Es war immer wieder nur das Gefühl, was die Erinnerungen prägt und entscheidet, wie stark das Gedächtnis blockiert und Fehlerinnerungen produziert werden. Das machte die Aussagen der Zeugen so spannend. Etliche Ereignisse, die tatsächlich  stattfanden, und somit für alle gleich galten, wurden nicht so deutlich im Gedächtnis behalten, wie jene, die nur für einen selbst einen Höhepunkt hatten und am Ende gut ausgingen. Ruhige Spannung entstand immer dann, wenn gegenläufige Kräfte wie bei Pfeil und Bogen gemeinsam einwirkten. Stimmte etwas nicht und passte das Eigene nicht richtig in die Welt, machte das Gemüt zutiefst traurig und nachdenklich. Vor- und zurückschauen machte dann frei, wenn es gelang, den eigenen chaotischen Regungen eine Deutung zu geben. Manch beruhigende Schöpfungsgeschichte ist daraus entstanden. Man wusste von Anfang und Ende, und das macht Falten. Meistens ging es wohl darum, Trauerarbeit zu leisten, um Abschied zu nehmen. Denn  Zeit war schon immer das Problem.

Dass  Gefühle umtriebig wirken, war schon  klar. Ohne vernünftig zu wissen, was  sie suchten, zogen die Primaten aufrecht gehend voller Lust, Hunger und Durst los in die Welt. Einiges fühlte sich einfach gut an, anderes verärgerte nur, aber nichts beeinflusste den Inhalt des Erlebens mehr als der, mit dem man es gerade zu tun hatte. Auf dem langen Marsch durch die Institutionen markierten vor allem Bauchgefühl, instinktive Triebe oder Signale auch unterhalb der Bewusstseinsschwelle pausenlos einen Entscheidungszwang: Kampf, Flucht oder Erstarrung.
Unabhängig von solchen aufsteigenden Nervenbahnen, über die man den Zustand des Körpers empfinden  kann und jenen Sinnesleitungen, mit denen man riechen, schmecken, sehen, hören und tasten konnte, wurden alle anderen inneren Regungen auf Kartenmuster mit feinen Nervenbahnen, chemischen Übertragungswegen und Gehirnzellen als Gefühle wahrgenommen, qualifiziert und in Denkprozesse eingebunden.
Das andauernde Hin und Her von Erregung und Hemmung, Spannung und Lösung sowie Enge und Weite zeigte zwar spannende körperliche Reaktionen an den Nerven, Organen, Muskeln und feinen Hüllen. Aber bis heute ist unklar, ob wir verspannt sind, weil irgendwo etwas weh tut oder umgekehrt, ob das unangenehme Gefühl selbsttätig ein spannendes Muster am Muskelskelett auslöst, welches wiederum auf sich selbst und anderswo zurückwirkt. Was hier wen informiert, bleibt schleierhaft. Für den Stress, den der Körper mit seinem Inhaber hat, fehlen noch die Worte. Es hat nämlich noch nie jemand gesehen, wie ein physikalischer Impuls als Botenstoff verkleidet in das Seelenleben springt und von dort wieder zurückhüpft.

Neben Vorgängen gibt es noch Beweggründe. Aber niemand sucht den vitalen Antrieb unter der Haut, in keinem Organ, keinem Gewebe, keiner Zelle, keinem Molekül, keinem Atom und in keinem subatomaren Teilchenzoo. Das ausgewogene Gefühl von Enge und Weite ist eben kein determinierter Vorgang in der Beziehung zum Nächsten, keine Attraktion in der Horde um uns herum oder Verschränkung mit der Gesellschaft gleicher Kultur oder Glauben. Die Strahlen der Erde kommen als Erklärung von simpler Gegenwart ebenso wenig in Betracht, wie das Taumeln der Planeten um ihre heissen Sonnen oder die Kälte der Galaxien im All, voll von dunkler Energie und lichtfreier Materie. Weder Zeitpfeil noch die mitreissende Energie zwischen Ordnung und Chaos regt irgend jemand auf. Obwohl für das organische Leben nichts wichtiger ist, als diese unsichtbare Dynamik an dem Übergang. Eine Substanz des Gefühls unter Erhaltung seiner Energie ist auf den systematischen Ebenen nicht zu fassen. Man findet einfach keine Masse, kein Energiefeld trifft den Kern, Schmerz ist nicht zu pixeln, hat keine Form und ist auch mit scharfen Lupen nicht zu erblicken. Eine zwanghafte Regung kommt weder drinnen im Blut noch draussen in der Natur vor. Der Schmerz ist eben wider alle Sachen.
Das Leid ist auch kein Wunder, kein Zufall oder eine seltsame Erfindung vom bösen Geist. Hier und jetzt zwischen Ordnung und Chaos lebendig angetroffen, will jeder nur weg davon, wenn es scharf brennt, sticht, zieht, hämmert, pocht, kneift oder tief dumpf bohrt. Es tut niemandem gut, wenn es eng wird oder in der Weite zerfliesst. Nur am eigenen Leibe erschienen, empfunden und für wahr genommen, denn irgendwo muss das Gefühl ja hin.
Im Schlaf merkt man nichts. Aber kaum erwacht, treibt uns grundlegend die Furcht, Wut, Panik vor Verlust und die ewige Suche nach Befriedung der Bedürfnisse aus dem Bett. Kaum zu isolieren von anderen Stimmungen, alten Erinnerungen und trüben Gedanken, welche sonst noch so im Kopf herumgeistern. Auch davor will man fliehen, fühlt sich zu schwach, wie gehemmt und erregt zugleich. Oft nur, weil man seine Möglichkeiten nicht erkennt, um robust genug zu sein und nichts mehr derart abperlt, wie zuvor. Vor diesen Kräften ist die Physik auf der Flucht. 

Keinesfalls geht es darum, ob psychische Probleme körperliche Schäden verursachen können. Wir sind doch nicht verrückt, sondern nur verzogen. Es geht auch nicht um die romantisch schillernde Deutung, dass es der Geist sei, der den Körper führe. Wir sind nicht verklärt, sondern vernünftig.
Es geht darum, wie es ist, teilweise nicht mehr zu ausgeglichen funktionieren, wie gewohnt. Egal ob im Organverbund oder in der Verbindung zu den Nächsten. Obwohl die Verbundenheit darin besteht, voneinander abhängig zu sein, keine Fressfeinde sondern gemeinsame Vergangenheit zu haben und durch Wurzeln sogar verwandt zu sein. Es geht. Darüber hinaus geht es darum, ob Gefühle wahr  sind und mit dem, was wir Selbst, Bewusstsein  oder Geist nennen, verknüpft sind. Denn das Leben ist simpel: die Wirklichkeit, ist das, was wir gerade denken.

Das Augenlicht ist bis zum Urknall hin bereits auf das Feinste erforscht. Der Augenblick noch nicht. Gedanken werden seit jeh von den ureigenen Gefühlen bewertet, von sonst niemandem. Das Erbe des alten Leib-Seele-Problems ist die Illusion, dass die mentale Innenwelt, der sogenannte Bewusstseinsinhalt, strikt verschieden  ist von den physischen Vorgängen in den Gehirnzellen. Egal, ob sie nun physikalisch, chemisch, biologisch oder anderweitig informativ wirken. Wir erleben unseren Rückenschmerz völlig anders als unser entzündlich verzogenes Wirbelgelenk, auch wenn uns dieses schwarz auf weiss im Magnetfeld der Röhre entgegenpixelt. Selbstverständlich ist hier bei uns Erkenntnis nur so viel wert, wie Mathematik darin enthalten ist. Aber niemand kann die Schönheit mathematischer Gleichungen beschreiben, wenn es gleichzeitig hinten piekst, sticht oder unerträglich brennt. Der kriechende Schmerz ist sehr widerspenstig und sperrt sich gegen jegliche Messwerte unserer Form im Vergleich zur Norm. Unser Rückenproblem lässt sich nicht im selben Massstab objektivieren, verorten und durch Naturgesetze beschreiben, wie unsere ausgedehnt strapazierte Anatomie und schwankende Physiologie.
Egal wie wir sein Phänomen betrachten, ob antik als andere Substanz, als schlummernde Teilmenge der Materie oder plötzlich auftauchend aus tieferen Bindungen: es besteht einfach keine gemeinsame Eigenschaft zwischen Bandscheibe, Nervendruck und Kreuzschmerz, welche Gehirnzellen und Gefühl gemeinsam hätten. Mit der Reduktion von Rückenschmerz auf die Bandscheibe steht es also  grundsätzlich schon schlecht. 

 

Obwohl strukturell strikt verschieden, können Gedanken und Gefühle körperliche Reaktion und Handlungen bewirken. Wenn die Annahme stimmt, dass Gedanken das Gleiche sind wie Gefühle. Unsere bewussten Absichten können also zweifelsfrei bewirken, dass wir handeln und auf die körperliche Welt mehr oder weniger plausibel einwirken. Wir vermeiden gern unangenehme Bewegungen oder üben dünne Bauchmuskeln, wenn es der Wahrheitsfindung dient. Was unsere unbewussten Handlungen veranlasst, können wir allenfalls verstehen, aber nicht erklären.
Das Augenlicht ist bereits bis zum Urknall hin auf das Feinste erforscht. Der Augenblick noch nicht. Jedes Individuum entwickelt in jeder Situation sein eigenes Gefühl, greift vor Schreck tief in den Topf mit Vorerfahrungen und bewertet blind aber zielsicher, hier und jetzt ganz für sich, was sich auf der Basis seiner körperlichen Form jeweils neu aufbaut. Nimmt man uns das Gefühl, entschwindet aller Sinn. Nur wenige Begabte sind fähig, durch eine höhere Stufe bewussten Erlebens, sich über greifbare Dinge hinweg zu setzen und ihre Zeitgenossen sinnstiftend anzuführen. Das Rechnen mit Möglichkeiten ist uns Normale nicht in die Wiege gelegt.

Die körperliche Welt ist, jedenfalls nach Überzeugung der Naturwissenschaftler in Physik und Biologie, kausal geschlossen, denn Leben habe für alle Beteiligten nur ein einziges Mal mit Chemie begonnen. All unsere Leiden und Freuden, unsere Erinnerungen und Ziele, unser Sinn für die eigene Identität, unsere Freiheit im Wollen und nicht zu vergessen oder verdrängen, unsere unbewusste Energie, ist zwar interressant, aber nicht relevant. Bei all dem handele es sich in Wirklichkeit nur um das Verhalten einer riesigen Ansammlung von Nervenzellen. Unsere Liebe zur Wahrheit ist längst tot und Gott nicht notwendig. Alles lasse sich im Rahmen der Naturwissenschaften auf wenige elegante Gesetzmässigkeiten reduzieren.

Es gibt jedoch keinen Blick von nirgendwo. Schliesst man den menschlichen Beobachter mit in die Betrachtung ein, sind die Einwirkungen zwischen Psyche und Physis wohl eher wechselseitig. Seine üblichen analytisch-synthetischen Erklärungsansätze der Naturwissenschaften greifen zu kurz und können keine der Wirkrichtungen erklären. Die Gesprächsfront verlaufe zwischen Naturwissenschaften und Philosophie, verkündete unser Pabst, der Glaube bliebe aussen vor.

 

Was früher der Säbelzahntiger war, ist heute die email. Das schlimme Gefühl sorgt für uns  Selbst. Das Selbst ist das Bewusstsein  über das, was uns an inneren Bedürfnissen und äusseren Bedrohungen von verästelten Hirnnerven teilweise erregend und teilweise hemmend vermittelt wird. Die Weisheit des Körpers bleibt im autonomen Nervenkostüm, Hormonorchester und Abwehrverhalten versteckt. Es erschienen langsam evolutionäre Vorteile aus ererbten, durch Emotionen freigesetzte Verhaltensmuster. Für den Stress, den der Körper mit seinem Inhaber hat, fehlen noch die Worte: Wir schmerzen nämlich selbst nicht, sondern uns tut  körperlich etwas weh. Damit haben wir kein wirkliches, sondern nur ein sprachliches Problem. In dieser Kluft zwischen Körper und Geist hilft der gemeine Mediziner nicht weiter, denn Ärzte sind keine Philosophen mehr, sie sollen nach dem Physikum gefälligst bei ihren Gelenken bleiben und sich nicht in Gedanken verlieren. Es gibt nur Denkschwierigkeiten, den biologischen Ort für Gefühle zu finden und die Einheit von Körper, Geist und Seele in Begriffe zu fassen. Im Übrigen hätte sich die Evolution längst dieses lästigen Aufwandes erledigt, wenn das Gefühl nicht wesentlich für das Überleben wäre.

 

Medizin ist keine Naturwissenschaft, sondern Wissenschaft von der Natur des Menschen. Zweifellos ist es unsere Natur, Geschichte zu haben, denn der Mutterwitz jeder Therapie ist, alte Geschichten neu zu erzählen. Hier bei uns ist Heilung ein gutes Stück Wahrheit und die gäbe es nur zu zweien. Kaum hat die Masse davon Besitz, wird sie zum Geschwätz. Nützliche Vorhersagen beruhen auf einem Wahrheitsmodell, auch ohne dass man sich stets darüber klar ist. Dieses Modell aus Formeln oder Prozessen einerseits und Kategorien mit Begriffen andererseits, ist zwar nicht die ganze Wahrheit, aber eine Brücke zu näherem Verständnis sowie Mittel zum Dialog zwischen Fachleuten. Mit Hilfe von medizinischen Denkmodellen lassen sich klinische Befunde interpretieren und Behandlungspläne aufstellen. Die Heilung einer Funktionsstörung beruht darauf, die bedrängenen Zwänge zwischen Hemmung und Erregung als eigene Störung zu erkennen und anzunehmen. Solange er auf den Radiologen hört und meint, " was hat mir bloss die Bandscheibe, der Meniscusü, die Arthrose oder die Muskelschwäche getan! ", wird er nicht geheilt. Wenn er am eigenen Leibe miterlebt " Das betrifft mich, ich bin dieser Körper, habe alles damit selbst gemacht, bin davon betroffen und fühle mich im Moment so und so ", kann er sich selbst steuern und regulieren, vergessen lernen und Vermeiden vermeiden. Vorausgesetzt, er wird in die Situation versetzt, sich selbst zu empfinden und wahrzunehmen. Diese Eigenschaft ( Perzeption ) passiert uns, aus biologischen Gründen, nur im Dialog. Selbst ei Lob nützt nichts, ohne die Ausschüttung von Hormonen.
 

Unsere biomedizinische Naturwissenschaft besteht noch heute aus methodischen Gründen streng darauf, biologische Materie von Bewusstsein fernzuhalten. Die höchste Form der Wahrheit liegt demnach in den eleganten Gesetzen der Natur (objektiv), die nach dem " wie " des Vorgangs hinter dem Vorgang fragen. Wir haben methodisch gelernt, uns dem zu unterwerfen ( subjacere ). Naturgesetze waren schliesslich vor uns da und werden nach uns da sein. Alles andere sind nur Regeln, die den Sinn erkunden und nach dem " Wozu " fragen. Den Zweck kann man ändern, wenn man will. Obwohl noch nicht einmal die neue Physik diesen Standpunkt vertritt und seit nunmehr 100 Jahren sowohl den Zufall  als auch den Beobachter  mit in das tägliche Geschehen einbezieht. 

Biologie ist keine zweite Physik,  meinen viele. Kommt aber daher, glauben einige Biologen, Lebewesen sind physikalische, chemische, informierte Maschinen. Die Bibel ist kein Physikbuch, rufen die Päbste, sie erklärt uns nicht den Himmel, sondern erzählt, wie wir dahin kommen. Leben lässt sich nicht erklären, nur fühlen, denn ohne Gefühl verschwindet jeder Sinn, lautet die gute Nachricht der Dichter, Denker und Schamanen.
Biologische Eigenschaften wie Bewegung, Atmung, Wachstum, Reproduktion, Reizempfindung, Ernährung und Ausscheidung sind Aufzählungen, was Organismen am Leben erhält, aber keine Erklärungen, was sie sind.
Was die unbelebte Natur ist, wird durch das Standardmodell der Teilchenphysik erklärt und durch die lichtarme Materie und dunkle Energie noch ergänzt. Ihre Energie ist das Produkt aus Masse und der Höchstgeschwindigkeit aller Vorgänge, dem immer gleich rasendendem Licht. Alle Materie strebt zum Zerfall, das ist ihr optimales Gleichgewicht. Jede klitzekleine, aber kräftige Ursache ereignet sich in der Schwerkraft des Alls mit elektromagnetischer, stark und schwach atomarer Wechselwirkung. Physiker haben elegante Formeln erfunden, um das Ganze einfach mathematisch deutlich zu machen.

Biologie funkioniert nicht nach Kräften und Energien getrennt, sondern wirkt informiert zusammen. Die Wirkformeln der Moleküle in den Zellen sind nicht so eingeengt wie physikalische Vorgänge, weder reduziert auf mathematische Gleichungen noch mit dem Zittern und Zappeln der Atome zu erklären. Bedeutende Physiker haben daraus zwar die Ordnung der chemischen Elemente ermittelt und darauf hin einen Code vorgeschlagen, der in den Genen und ihren Molekülen festgeschrieben ist. Wie ein Programm, dessen Informationen bei Gelegenheit der Vererbung woanders hin weitergegeben wird, um das Leben fortzuschreiben. Die Moleküle der Gene flüstern in einer geheimen Sprache, um sich selbsttätig über den dynamischen Stand der Organe zu informieren. Diese Kräfte der Entwicklung, des Wachstums sowie Erhaltung der Art treiben uns von Anfang weiter. Die in den Nukleinsäuren der Zellen von Lebendigen niedergelegten Informationen sind nur an Rhythmen, Phasen und Schwankungen von Tag und Nacht gebunden, aber nicht damit verknüpft. 

Demnach stammt biologisch jeder Mensch vom Menschen ab, von sonst niemandem. Seine Grundeinheit ist nicht das Atom, obwohl physikalisch  jedes Lebewesen aus ein paar Elementen der kalten Heimat da draußen entstanden ist, sondern die Zelle, ohne die kein selbsttätiges Leben passiert. Leben taucht erst auf der Ebene der Zellen auf.  Darunter gibt es zwar Gene, Nucleinsäuren, Proteine, Enzyme oder mannigfaltige Elemente der Übertragung und Weitergabe an die nächste Generation, aber kein. 

Während das Standarmodell die Ursache und Wirkung determiniert, als vob vornherein festlegt, ist die Partitur der Biologie dagegen offen. Ihre Evolution  steht erst im Nachherein fest. Mit dem molekularen Dogma sind solche Begriffe wie genetisches Programm, Transkription und Codierung  in systematisches Denken eingeführt. Fragen der Integration, des sinnvollen Zusammenwirkens, der Steuerung und Regelung und des ganzheitlichen Verhaltens rückten allmächlich in den Blickwinkel der Aufmerksamkeit. Die weltumspannende Systemtheorie stellt einen Rahmen bereit, der es ermöglicht, komplexe Ereignisse auf verschiedenen Ebenen und Grössenordnungen einheitlich zu beschreiben. Unter einem System versteht man eine Menge von Elementen, zwischen denen Beziehungen bestehen. Lebendige Systeme tauschen unter Kontrolle steuernder und regelnder Funktion Materie, Energie und Informationen mit der Umwelt aus.
Zentrale Annahme ist, dass die Natur fortlaufend hierarchisch, aber chaotisch geordnet ist. Grössere Einheiten stehen über den kleineren Einheiten, weil sie komplexer aufgebaut sind. Dabei geschieht nichts isoliert, die einzelnen Ereignisse auf den Systemebenen sind alle nach dem Prinzip der parallelen Verschaltung und stets miteinander verbunden. Alles, was draussen passiert, wird bach inben informiert und umgekehrt. Allerdings bekommen wir nicht wirklich alles mit, sondern nur das, was in den Grenzen meines Erlebnisraumes passiert. Nach oben begrenzen sich meine unmittelbaren Erfahrungen mit den Bewegungen in meiner gerade noch überschaubaren Gemeinde, Horde oder Subkultur. Die Grenze von dem, was uns unter die Haut angeht ist das Gewebe der Organe. Die Arbeit und Hilferufe der Zellen, wenn etwas fehlt oder zuviel wird, bekommen wir nicht mehr mit. Im Gewebe enden auch die feinen Nervenenden, welche uns über Schadreize informieren. Damit stehen nicht nur Energien und Stoffe  im Interesse des Beobachters, sondern eine einmalige Organisation  von Organen und deren Zellen, welche selbsstätig  durch interne Nachrichtenkanäle aufrechterhalten werde, als ob ein attraktiver Zweck alle Ebenen stetig miteinander in dunkler Energie verbindet. 
Noch dazu sind wir dissepative Wesen, d.h. wir nehmen Stoffe auf und geben sie entwertet wieder ab. Das passiert uns räumlich und zeitlich, vor allem im Gang der Sonne, beim Essen und Trinken, mit jedem Atemzug und im Gespräch mit dem Nachbarn. Nichts beeinflusst uns mehr, als der, mit dem wir es gerade zu tun haben. Alle Informationen darüber werden gespeichert, in Nukleinsäuren niedergelegt und damit der nächsten Generation garantiert. Wir sind naturwissenschaftlich als Produkt von Energie, Stoff und  Information  allmählich in Serie gegangen. An uns kann man ablesen, was unsere Eltern durchgemacht haben.
Unterwegs wurde der Stempel des eigenen Tuns aufgedrückt und im Erscheinungsbild hat sich jeder an das selbstformende Übungs-Dogma gewöhnt. Wo all unsere Taten, Bewegungen und Wiederholungen grundsätzlich auf uns selbst zurückwirken. Keine Tätigkeit entgehe dem Prinzip der rückwirkenden Prägung des Handelnden. Und was zurückwirke, wirke auch voraus: Die Arbeit erzeuge den Arbeitenden, die Übung den Übenden, die Empfindung den Wahrnehmenden, die Hemmung den Gehemmten, die Erregung den Erregten und der Schmerz den Geschmerzten....?  Allerdings schmerzen wir doch nicht, auch ein starker Rücken tut uns oft, unerträglich oder chronisch weh. Was hat das Gewebe uns wieder getan? Es ist nicht das Gewebe, spricht die Vernunft zu dem Gefühl. Das bist Du , hier und jetzt, was Du am eigenen Leibe erfährst. Natürlich ist der Leib nicht der Körper, er teilt sich mit ihm nur das Lokal. Irgendwo muss das Gefühl ja hin. Ohne wichtige Bedeutung für unser Überleben hätte sich die Evolution dieses lästigen Aufwands sicher längst entledigt, sagt man. Das ist schwer zu verstehen, denn wir sind Übungen gewohnt, möchten Übungen haben und nicht Teil des Problems sein.

Das Wachstums-Dogma, die Super-Kompensation, entstammt der zivilen griechisch-römisch Lebenskampfkunst, wonach in einem gesunden Körper ein gesunder Geist vermutet werde. Die olympische Idee mit ihrer Vorstellung, es gehe mit gutem Willen immer noch etwas höher, schneller und weiter, erzeugte die Teilhabe am Fortschritt und Wachstum für jedermann. Glück ist für alle da, wer hat, dem wird gegeben, Erfolg mündet in weiteren Erfolg and the winner takes it all. Der nachhaltige Grundsatz, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als nachwachsen kann, ging in dem stürmischen Fortschritt von Wissen zur Macht unter:  der muskuläre Apparat vermag nämlich seinen Kraftvorrat jederzeit bis zu einem Pegel auffüllen, der über dem vorherigen Kraftstatus liegt. Vorausgesetzt, es wird genug Zeit zur Erholung eingeplant. Wer kann, dem fliegt seit jeh das weitere Können zu. Fast mühelos gelingt es den Nerven und Muskeln des Hochtrainierten, mit vorauseilenden Bewegungen dem drohenden Verlust seine aufgespeicherten Fähigkeiten entgegenzusetzen. Beim Aufschlag sieht keinTennis-As den Ball seines Gegners über seinen Sehnerv kommen, er greift daher blitzschnell, aber blind in den Topf mit der geballten Energie aus den Vorübungen. Zwar kann jeder überzogene Einsatz dabei schiefgehen, aber das Wesen der schädlichen Überschätzung liegt in dem Geheimnis der Dosierung verborgen. Im Taumeln der Erde um die Sonne, bei Tag und Nacht, je nach Mann oder Frau, ob jung oder alt, ständig hängt unser Organismus mehr von Phasen, Rhythmen und Zyklen ab, als uns deutlich ist. Man kann nicht klar sehen, was man ständig vor Augen hat.

 Das neue, komplexe  Kipppunkt-Dogma beschert Umstände, die sich in einer stufenweisen Abfolge von Prozessen selbst verstärken und ab einer gewissen Schwelle das Fass zum Überlaufen bringen, egal ob die teilnehmenden Gewalten physikalischer, chemischer oder biologischer Natur sind. Die mathematischen Modelle beschreiben die Risiken, bei denen unsichtbare Einwirkungen sich plötzlich beschleunigen, kippen und zu gewaltigen Schäden rückwirken, wobei die Wahrscheinlichkeit des Eintretens unbekannt ist. Leider sind wir nur greifbare Dinge gewohnt, das Denken in Wahrscheinlichkeiten ist uns nicht in die Wiege gelegt. Von Erkenntnis beseelte Leute haben bereits bemerkt, dass nach Gott niemand mehr imstande ist, die himmlische Geheimwaffe, das Wunder, im Ernstfall einzusetzen.

Wir sind allerdings nicht Herr im eigenen Hause, sondern von unbewussten Erfahrungen gelenkt. Dieses traumatische Psycho-Dogma umfasst sowohl unser planerisches Denken nach vorn, als auch das besinnliche Nachdenken zurück. Alles, was wir fühlen, denken und tun, kommt aus der Erinnerung. Erfahrungen aus Kindheit und Jugend bleiben besonders einprägsam und sind viel später noch als Echo wirksam. Unterwegs bestimmt die Umwelt unbewusst unsere Persönlichkeit. Derart ausgerichtet, kann man nicht mit einem einfachen Willensentschluß seine lieben Gewohnheiten ändern, Spass beim Sport haben und seine geübten Abwehrmechanismen neu sortieren. Die Rekonstruktion unserer Lebensgeschichte gelingt nur durch den Affekt, also durch das zunächst stark unangenehme, später ins Angenehme übergehende gute Gefühl. 
 

 

 

Gefangen in unserer umfassenden Fähigkeit zur Hemmung und Erregung zugleich, fällt es schwer, in wachen Phasen die Empfindung von Wahrnehmung trennen. Empfindung ist die unmittelbare Folge der Stimulation von Sinneszellen. Wahrnehmung unterscheidet sich davon, dass frühere Erfahrungen mitumfasst und variabel erlebt werden. Das bewusste Erleben von dem, was gut für uns ausging oder einen Höhepunkt hatte, öffnet die Tür für Übertreibungen, Verwechslungen und Übertragungen. Fehlerhafte Verknüpfungen führen zu verzerrten Mustern und eine falsche Geschichte entsteht.
Riskant wird es dann, wenn gerade da, wo es weh tut, zielstrebig gehandelt wird. Wenn das Symptom, das für etwas Anderes stehen soll, in Wirklichkeit ein Phänomen ist, welches selbst erscheint. Riskant dann, wenn die Bedingungen der technischen Welt nicht ebenso ideal in der menschlichen Wirklichkeit herrschen und eine künstliche Ursache erzeugt wird. Wenn beispielsweise das Kernspin-Bild nur eine gepixelte Leiche zeigt, die das lebendige Schicksal herausgenommen hat aus seiner Natur. Riskant besonders dann, wenn der Geist nur das herausholen kann, was er vorher hineingelegt hat. Wenn mehr medizinische Erzeugnisse verhandelt, als persönliche Entwicklungen behandelt werden. Wenn sogar der Glaube auf kraftvolle Formeln reduziert wird: als ob ein starker Rücken keinen Schmerz kenne.

Die Hirnforschung sagt uns zwar, dass auf den Nervenbahnen reizende Signale ein- und ausgehen, kann aber nicht erklären, was davon unangenehm empfunden wird oder nicht. Das meiste vom Reizverkehr bekommen wir gar nicht mit. Denn das Gehirn ( Organismus ) ist nicht das Selbst ( Bewusstsein ). Nervenzellen denken nicht, fühlen nicht, hoffen nicht und wollen nicht. Die Hirnzellen kennen gar keine Muskeln, sie beschäftigen sich nur mit reizenden Bewegungen. Zudem macht ein verästeltes Gehirn nur das, was es kennt und nicht das, was man wünscht und dazu addiert.
Natürlich kann man heutzutage tief hineinsehen in die Verästelungen des Gehirns und messen, wie sich Reizströme überlagern und in Gefühlen so oder so auswirken. Das " Selbst " sei nicht objektiv zu messen, wie die Gehirnströme, sondern subjektives Erleben, dem jeder einzeln ganz für sich unterworfen ist. Damit sei alles, was uns sonst noch so bei der Messung von Strömen an Gedanken und Gefühlen im Kopf herumschwirrt, nicht das Gehirn, auch keine auftauchende Teilmenge davon und schon gar nicht mehr wie eine Parallelveranstaltung zweier verschiedener Substanzen zu betrachten. Da die Zusammensetzung eines Gefühlserlebnisses nicht isolierbar ist, sind es die dahinterliegenden ursächlichen nervösen Faktoren, unter denen das Erlebnis steht, ebenfalls nicht. Es gibt keine einzige messbare Eigenschaft, die Gehirnzellen und Bewusstsein gemeinsam hätten.
Obwohl bis heute in der Naturwissenschaft nichts erfolgreicher wirkt, als die Trennung von Körper und Geist, greifen analytische und synthetische Methoden der Naturwissenschaft  zu kurz, um unsere Gefühlswelt schlüssig zu erklären. Zwar laufen oben im Gehirn zweifellos die Fäden der Bewegungswelt in einer repräsentativen Figur ( humunculus ) zusammen. Aber dort sitzt kein kleines Männchen, das " Ich " zu sich sagt und dem man Haltungsübungen für die Selbstfindung beibringen kann. Für den mentalen Aspekt bietet die neue Wissenschaft von Geist, Gefühl, Musterbildung, Erinnerung und Lernen inzwischen plausible Erklärungen, sowohl für die Wahrnehmung als auch für gesteigertes Empfinden an.
So ist für Leute von heute eine Empfindung die unmittelbare Wirkung nach der Stimulation eines Sinnesorgans, damit wir riechen, schmecken, sehen, hören oder tasten können. Wahrnehmung verbindet dagegen alle Informationen, die unser Gehirn aus der Umgebung aufnimmt mit unserem Wissen, was auf Gedächtnis, Lernen und Musterbildung aus früheren Erfahrungen basiert. Was wir von dem Reizverkehr empfinden, ist pur die unmittelbare biologische Folge der Stimulation unserer Schmerzrezeptoren im Gewebe. Was wir darüber hinaus wahrnehmen  ist wesentlich umfassender, nämlich ein verstörtes Körperbild, welches all diese unscharfen Signale mit dem Reichtum vergangener Erfahrung kombiniert. Unsere bewusste oder vorbewusste Wahrnehmung von Schmerz ist also Phantasie, die sich allerdings mit der Wirklichkeit im Rücken weitgehend deckt.
Dieser kleine aber feine Unterschied wird  bedeutsam, wenn Störungen innerhalb der Sinnesverarbeitung sich mit unbewussten Ereignissen rückkoppeln und damit zu weiteren reflexartigen Schutzreaktionen an den Segmenten und Gelenken führen. Die mit der unangenehmen Empfindung des Schmerzreizes verbundene Auslösung von Gedankenketten ist ein zentrales Problem des Gewebeschmerzes. Denn Denken bewirkt das Gleiche wie Gefühle. Offenbar hat die Entstehung von Gefühlen große Ähnlichkeit mit dem Eintritt eines Antigens, denn die Auslösung von Emotion ist ebenfalls eine körperlich erkennbare Antwort. Emotionen sind Gemütsbewegungen. Auch diese raumlose Welt beginnt mit dem Auftreten eines Reizes aus einer bestimmten Situation, die entweder konkret vorhanden ist oder aus dem Gedächtnis hervorgeholt wird. Der Impuls trifft auf Zellen in verschiedenen Arealen Ihres Gehirns, welche diesen begrüßen, weil sie ihn schon kennen oder zumindest neugierig sind, so wie alle geistig aktiven Populationen. In Rückkopplungsschleifen wird eine Ereignisfolge ausgelöst, die zu einer Emotion wird und Sie zum gefühlsbetonten Verhalten zwingt. Diejenigen Regionen, die Emotionen auslösen, aktivieren anschließend eine Reihe von Regionen, welche die Emotionen ausführen.
Der Prozess kann durch Echos verstärkt werden oder abklingen. Allerdings kann man schon vorsorglich etwas fühlen und im Gewebe verspannen, ohne sich vorher etwas Bedrohliches zurechtgelegt zu haben. Denn die allen Sinnesreizen innewohnende Tendenz, sich auf etwas einzustimmen, bewirkt, dass wir mehrere mögliche Deutungen auflösen. Dadurch erweitert sich ein Schmerzerlebnis auf eine umfassendere Episode. Man fühlt sich unsicher, schmerzanfällig, ungelenk, witterungsabhängig, zuwendungsbedürftig und inkompetenter, gleichgültig, ob eine schwere Erkrankung oder chronische Überforderung oder fehlende Motivation dahinter steckt. Dieses nachhaltige Krank-Sein-Gefühl ist letztlich eine Schöpfung der Hirnfunktionen. Andauernde, wiederholte und chronische Schmerzreize irgendwo im Körper regen nozizeptive Neurone des Rückenmarks zu Wachstum und engerer Verschaltung an. Gleichzeitig vergrößern sich die entsprechenden neuronalen Netzwerke in der sensorischen Hirnrinde, bis schon leichte Reize wie Berührung, Dehnung oder Kälte eine Schmerzempfindung auslösen. Es entsteht ein vorsensibilisiertes Terrain, das durch einen Bagatellreiz als Muskelschmerz oder Hautirritation in Erscheinung treten kann.

 

Demnach kann das Ereignis Schmerz  nur im Netzwerk des schützenden Verhaltens  und damit ausschließlich im Gehirn  verstanden werden. Dieser neuronale Kosmos ist mit dem körperlichen Rest untrennbar über den Blutkreislauf und aufsteigende und absteigend wirkende Nervenbahnen verbunden. Alle Wahrnehmungen, Empfindungen, Affekte und Atmosphären sowie alle biologischen Reaktionen des Körpers werden über nachgeschaltete Sinneszellen in Form von elektrischen Ladungen zum Gehirn geleitet, wo die Informationen in Bezug zu Handlungen und bewusstem Erleben gesetzt werden. Niemand kann richtig nachdenken, eine wichtige Entscheidung treffen oder sich zu jemanden stark hingezogen fühlen, wenn gleichzeitig der Arm kribbelt, der Rücken zieht, das Bein eingeschlafen oder der Fuß gerade verstaucht ist.
Das Gehirn reguliert über sein vegetatives Nervensystem unbewusst die Organe, indem teilweise erregende und teilweise hemmende Impulse den Ablauf steuern. Organübergreifend bewirkt nicht nur ein tatsächlicher, sondern auch manch vermeintlicher Schadensfall, dass das umgebende Bindegewebe zunächst durchlässig wird, ödematös anschwillt und schwach gerötet glänzt. Schon nach ein paar Tagen verkümmert das Gewebe trocken, faserig, erscheint livide verfärbt und wird unter ständig leichtem Zug und Druck in dezenter Beugehemmung weiter verharren. Die messbare Asymmetrie und der fühlbare Bewegungsverlust bleiben, während das anfangs stichartig und unangenehm scharfe Schmerzgefühl später sowohl tief, stumpf oder oberflächlich brennend empfunden, als auch diffus zerrissen und ungewiss wahrgenommen wird.
Empfindung entsteht, wenn die Schmerzfühler im Muskelskelett durch genügend Schadreize stimuliert werden und auf feinen Sinnesleitungen aufsteigend weitergeleitet werden. Wahrnehmung dagegen umfasst noch unsere Erfahrungen sowie mannigfaltige Reize aus der äußeren Umwelt. Diese Unterscheidung ist unser alltägliches Problem. Denn dass die zentrale Verarbeitung der Schadreize reflexartig auf den nervösen Sinnesleitungen abläuft, ist bereits grundlegend erforscht. 
Was darüber hinaus in dem Netzwerk zu der asymmetrischen Gewebeverspannung führt, bleibt im Einzelfall ungeklärt. Immerhin wird heimlich anerkannt, dass die Weisheit des Organismus sich selbst zu regulieren und seine Fähigkeit, sogar Krankheiten selbst zu bekämpfen, ein grosses Wunder der Natur ist, das mehr Aufmerksamkeit bedarf.
Es geht in der Tiefe darum, wo genau im Netzwerk der Sinnesverarbeitung sich die feinen Fühler des vegetativen Nervensystems darüber informieren, was im Stoffwechsel bedrohlich schief läuft und womit Schutzmechanismen auslöst werden. 

 

 

Wie jedes Wirbeltier
sind auch wir vernünftig in ein zentrales  und ein peripheres  Nervensystem gegliedert. Das zentrale Nervensystem ist in Gehirnschichten und Rückenmark unterteilt,, während das periphere Nervensystem teilweise autonom, also unwillkürlich reagiert und teilweise auf anderen Fasern abhängig vom Willen zum Handeln oder Empfinden bereit ist. Tag und Nacht besteht eine ständig schwankende  Wechselbeziehung mit der Vorstandsetage der Hormone sowie der dunklen Energie und Materie des Immunsystems und seinen Zellbattallionen. Nach allem, was man so hört und liest, kam es im Verlauf der Hirnentwicklung zu drei übereinander gelagerten Schichten mit dem Hirnstamm ( Reptilienhirn ), der Reflexe, Instinkte und körperliche Prozesse steuert, dem limbischen System ( Säugetierhirn ), welches die Anpassungen, den Ausdruck, die Stimmungen und die Gefühle reguliert, sowie der Hirnrinde ( Primatenhirn ), wo die Kosten-Nutzenanalyse, bewusstes Erleben, Denken, willkürliche Bewegungen, Sprache und Handlungspläne ihr neuronales Spiel treiben. Der periphere Anteil besteht aus allen Nerven außerhalb des Rückenmarks, wobei das autonome  Nervengeflecht um das innere Mileu des Stoffwechsels aller Organe bemüht ist und das somatische  Nervensystem der Teil ist, welcher für die Kommunikation mit der Umwelt zuständig ist. In der Wirkrichtung geordnet, tragen die afferenten Nervenbahnen die Signale von Rezeptoren aus der Haut, den Skelettmuskeln, den Gelenken und Sinnesorganen wie Auge, Ohr, Nase und Zunge herbei, während die efferenten  Nervenbahnen die Befehle zu den Zielorganen vom Gehirn heraustragen. 
Ob darüber hinaus die bewusste und unbewusste Welt der Empfindungen daraus entsteht, eine Teilmenge besetzt oder nur eine andere Perspektive des Ganzen darstellt, füllt seit antiken Zeiten jeden Raum der westlichen Denkkultur. Unbestritten beginnt die Steuerung und Regulierung aller Körperprozesse in jedem Fall zentral  mit den Nervenzellen ( Neurone ) im Rückenmark und bahnt sich auf verästelten Synapsen den Pfad bis zu den umfassenden Arealen des Großhirns. Alle anderen Zellen formen den peripheren  Körper für seine tägliche Funktion.
In den Lehrbüchern können zwei neuronale Ordnungen unterschieden werden: zum einen die räumliche Abbildung der Körperteile in den Gehirnarealen ( Humunkulus-Figur ), wo Rumpf, Bauch und Extremitäten im Vergleich zu Hand und Gesicht eklatant unterrepräsentiert sind. Zum anderen die hierarchische Organisation mit der untersten Ebene der Segmente im Rückenmark, wo die einfachsten Reflexkontrollen mit Unterstützung des Muskelskeletts erfolgen.

Auf der höchsten Ebene ganz oben im Kopf ( Cortex ) sind die Areale für die Planung der Muskelbewegungen angesiedelt, wo die aktuellen, vergangenen, gewünschten und vorgestellten Informationen eintreffen. Auf dieser höchsten Ebene werden auch die psychisch vernünftigen Debatten geführt, im ewigen Gerangel mit den umtriebigen Signalen aus den unteren Etagen des altvorderen Stammhirns, ausgleichenden Cerebellums und den bedrohlichen Gefühlen aus dem limbischen System, um die Vorherrschaft über den freien Willen. 
In diesem Schema leistet der Organismus pausenlos eine Korrektur der Fehlanpassung zwischen einlaufenden Reizen aus der Peripherie, zentralen Programmen der sensorisch, reflektorisch, motorisch und vegetativ gesteuerter Motorik sowie hormonell dirigierter Regulation. In dem Kampf zwischen vernünftigen und getriebenen Arealen der Gehirnzellen wird je nach Signaldichte beschlossen, ob das Körpergewebe wirklich in Gefahr ist und etwas dagegen getan werden muss. Und wenn es lediglich eine Schutzreaktion  sei, um eine Gelenkeinheit aus der Gefahrenzone zu nehmen. Unterwegs bestimmt positive Rückkopplung zwischen absteigenden Programmen und einlaufenden Informationen das Ausmaß der zentralnervösen Übererregung und damit auch den zeitlichen Verlauf des peripheren Gewebeverhaltens.
Alle Impulse, auch das im stressigen Alltag leicht überforderte vegetative System der sympathischen  und parasympathischen  Nerven, schaffen unentwegt unter der achtsamen Kontrolle des Großhirns. Die Areale im Gehirn werden ständig über die Aktivitäten auf Nervenzbahnen in allen Körperregionen informiert ( Interozeption ). Diese afferenten Systeme sind Tag und Nacht verbunden mit den vegetativen und hormonellen Systemen, welche über das Fließgleichgewicht der Regulationen im Körpergewebe ablaufen. Der Abgleich findet schon im Rückenmark  statt, setzt sich aufsteigend im Hirnstamm fort, erhält mittig im Thalamus  weitere Impulse und steht ganz oben unter Kontrolle vom Großhirn, was Körpergefühle wie Empfindung, Wahrnehmung, Affekt und Atmosphären.
Allerdings ist es biologisch sehr sinnvoll, dass alle erregenden und hemmenden Impulse, nicht nur über Schadreize, über die Stellung im Raum oder über äußere Bedingungen in der Umwelt, sondern auch der vegetativen Nerven von inneren Organen, vornehmlich unterhalb  der Bewusstseinsschwelle ablaufen. Damit wir bei Gefahr im Verzuge nicht gedankenverloren in unseren Marotten, Moden oder Modellen abhängen, sondern nur von den Launen aus dem Rest der Natur, bezeichnet man dieses gegenseitige Informationsgeflecht auch autonomes Nervensystem. 

 

Leider sind wir nur begrenzt fähig, alles in einem Bericht wiederzugeben, was uns am eigenen Leibe passiert. Wir wissen heimlich mehr, als wir zu sagen wissen. Denn die meisten Sinnesreize um uns herum bekommen wir nicht mit. Aber im Untergrund sind Hirnzellen immer auf der Lauer, Entscheidungen zu treffen, unsere Wahrnehmung zu konstruieren, Schmerzerlebnisse zu erzeugen und Schutzverhalten mustergültig zu steuern. Dort gibt es allerdings kein kleines Männchen, das " Ich " zu sich sagt und dem man Haltungsübungen beibringen kann. Gehirnzellen kennen gar keine Rückenmuskeln, Faszien, Bandscheiben oder Arthrosen, sondern nur reizende Bewegungen aus Sensoren sowie Aktionsmuster aus seinen Erfahrungen heraus. Ein Gedanke ist ein geistiger Vorgang ohne Zeit und Raum und damit in keinem materiell-energetischen Zusammenhang eingebunden, wie alle anderen Vorgänge, egal auf welcher Ebene. Zwar setzt das Modell das psychische und sozial bewusste Erleben den biologisch zwangsläufig ablaufenden Vorgängen gleich, aber das eigentlich schwierige Problem, wie aus Materie der Geist wird, kommt in den biologischen Vorgängen gar nicht vor. Ein Gedanke ist ein geistiger Vorgang ohne Zeit und Raum und damit in keinem materiell-energetischen Zusammenhang eingebunden, wie alle anderen Vorgänge, egal auf welcher Ebene. Wenn ein Geistesblitz irgendwie Einfluss nehme auf etwas Materielles, wie die Gehirnzelle mit ihren Molekülen, wären sämtliche naturwissenschaftlichen Gesetze verletzt.
Aufgeklärte Leute sortieren deshalb elastische Muskeln, straffe Bänder, runde Gelenke, harte Knochen und weiche Organe samt bindegewebiger Hüllen nach ihrer räumlichen Struktur, während Funktion  das meint, was zeitlich  durch den Rhythmus von Nervenreizen, Blutfluss, Muskelspannung, Hormonhaushalt, Wasserstand, Stoffwechsel, Immunabwehr und Entzündungsverhalten damit passiert. Beide Aspekte geben dem Körper die Form und angenehme oder unangenehme Gefühle informieren uns ständig darüber. Schaue ich mir die Struktur genauer an, erkenne ich gleichzeitig die Funktion nicht mehr. Wende ich mich nun dem Impuls der Funktion zu, fehlt mir jetzt der Ort der Struktur. Wir erleben die Körperwelt in diesen zwei Aspekten. Und ertragen diese gegenläufige Beziehung ebenso wie unsere grundlegende Fähigkeit zur Erregung  und Hemmung.
Ob darüber hinaus die bewusste und unbewusste Welt der Wahrnehmungen und Empfindungen daraus entsteht, eine Teilmenge besetzt oder nur eine andere Perspektive des Ganzen darstellt, füllt seit antiken Zeiten jeden Raum der westlichen Denkkultur. Die Einwirkungen in der Dunkelkammer zwischen Physis und Psyche bleiben immer wechselseitig, wobei die Naturwissenschaft an ihre Grenzen stößt und bislang keine dieser beiden Wirkrichtungen erklären kann. Es hat nämlich noch nie jemand gesehen, wie ein physikalischer Reiz als chemischer Botenstoff verkleidet in das Seelenleben hüpft und von dort wieder zurückspringt.

 

Wo Schmerz empfunden wird, ist die Verspannung nicht weit. Die emotionalen und körperlichen Erfahrungen sind Teil des menschlichen Wesens, die der Selbstkontrolle unterliegen. Schmerz und Fluchtimpuls sind hier womöglich aneinander gekoppelt, denn es ist schmerzlich zu spüren: man will unwillkürlich weg aus der fesselnden Enge, weg von der eigenen Gegenwart, weg vom hier und jetzt, irgendwo hin zur entspannten, fließenden Weite.Die Steuerung ihrer Erscheinungsformen besteht in der Kunst, von außen eingehende Reize mit der Erfahrung von innen zu kontrollieren. Hirnforscher haben hundert Jahre gebraucht, um die Ideen der Psychiater einzuholen. Danach werden Hirnstrukturen konktret für bewusste und unbewusste Instanzen benutzt. Der bewusste Teil, (das ICH ) steht über unsere Sinnespfade für Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten in unmittelbaren Kontakt mit der Umgebung. Mit dem Empfinden von Freude und Schmerz davon läßt sich real arbeiten und wirklich belohnen. Der unbewusste Kontrollanteil der Psyche (das ES ) wird nicht von logischen Beweggründen oder anderen realen Vorgängen gelenkt, sondern von grundlegenden Bedürfnissen zwischen den Zellen reguliert, die nach Lust streben und Schmerz umgehend vermeiden wollen. Biologisch bestätigen sie ein von tief  innen wirkendes ungezügeltes Triebsystem, auf das sich ein übergeordnetes Kontrollsystem führend und hemmend zugleich aufsetzt. Beide Anteile sitzen im Gehirn. Die triebhaften, spontan und überwiegend automatisch ablaufenden Verhaltensweisen arbeiten unten am Stammhirn. In der Mitte der Gehirnareale residieren die Belohnungssysteme mit dem Zentralorgan für bio-psycho-soziale Vorgänge und Beweggründe, dem Hypothalamus, die in stetigen Austausch mit den Zentren für Angst, Schmerz und Spannung bei drohender Gefahr sind. Hinter der Stirn liegt die neurobiologische Adresse für die Ausbildung des Willens. Damit läßt sich die Aufmerksamkeit etwa 8 Sekunden lang bewusst steuern, gleichgültig ob ablenkende Gedanken oder Gefühle von unten hochkommen oder aufregende Situationen von außen einwirken. Beide Kontrollsysteme sind nach verbreiteter Auffassung so eng mit einander verbunden, wie beim Tango: halb zieht sie ihn, halb sinkt er hin. Mit Hilfe der Selbstkontrolle über beide Anteile wird aus dem Es ein Ich. Stimmt etwas nicht, gerät man aus dem Takt und das ganze restliche System außer Kontrolle. Es geht nicht darum, ob psychologische Faktoren schädigende Wirkungen am Wirbelgelenk auslösen können. Wir sind doch nicht verrückt. Es geht um Wechselwirkungen und vor allem darum, welchen Einfluss sowohl die Wahrnehmung als auch das bewusste Empfinden auf das Reizverhalten hat und im Verlauf abschwächend und verstärkt wirken kann. Die Beziehung zwischen Biologie und Bewusstsein wird klarer auf die jeweilige Perspektive der Wahrnehmung ausgerichtet.

Im Mittelpunkt der Krankheitsentstehung steht nach heutiger Auffassung jedoch nicht die Änderung der biologischen Struktur der Gehirnzelle, sondern das Volumen der neuronalen Aktivität, d.h. der Menge an Informationen auf den Verästelungen der Nervenzellen. An dieser Qualität der Selbstkontrolle kann man einwirken, durch stimulieren oder lernen, durch enthemmen oder abflauen.
Im Augenblick des Schmerzes kommt es nur darauf an, was der spürbare Schmerz und seine wahrnehmbare Verspannung bedeutet und wie er aus dieser mißlichen Lage wieder wegkommt. Diese bewusste, am eigenen Leibe erlebte Wirklichkeit muss man verstehen, nicht erklären. Man mag zwar den Körper betrachten, betasten oder bemessen und seine Leiche in Form eines physikalischen Modells studieren. Man kann tatsächlich hineinsehen bis zu den Nervenzellen, deren chaotische Verzweigungen und farbige Verästelungen. Aber vor dem Streben, dem Vermögen, der Gewalt und dem Trieb erfährt man aus dieser Perspektive nichts. Genauso wenig wie von dem Stillen, dem Engen, dem Schreck, der Angst und den unzählig anderen halben Sachen wie  Atmosphären und Stimmungen. Diese wirkliche Welt bezeichnet nicht das, was draußen tatsächlich für alle gleich fassbar passiert, sondern das, was man selbst suchend, wütend und flüchtend dafür hält. Vor diesen Kräften ist das mechanische Körperbild auf der Flucht. Schmerz und Fluchtimpuls sind hier womöglich aneinander gekoppelt, denn es ist schmerzlich zu spüren: man will unwillkürlich weg aus der fesselnden Enge, weg von der eigenen Gegenwart, weg vom hier und jetzt, irgendwo hin zur entspannten, fließenden Weite.

Die Steuerung ihrer Erscheinungsformen besteht in der Kunst, von außen eingehende Reize mit der Erfahrung von innen zu kontrollieren. Unbestritten beginnt Steuerung und Regulierung aller Körperprozesse in jedem Fall zentral  mit den Nervenzellen ( Neurone ) im Rückenmark und bahnt sich auf verästelten Synapsen den Pfad bis zu den umfassenden Arealen des Großhirns. Alle anderen Zellen formen den peripheren  Körper für seine tägliche Funktion.

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