Älterwerden

tut nicht weh. Es muss noch die zelluläre Entzündung  dazu kommen. Anders als früher, als noch Jahrhunderte lang gebetet wurde, um von Göttern, Engeln oder Heiligen gegen Hungersnot, Epidemien und Gewalt bewahrt zu bleiben, sind heute der Hunger, die Pest und Kriege weitgehend unter Kontrolle.
Den Geschichtsschreibern nach, sterben weltweit jetzt mehr Leute dadurch, dass sie zuviel essen, als zu wenig, es entstehen mehr lebensbeendende Krankheiten durch feingewebliche Entzündungen der Organe als durch Infektionen und es gibt zahlenmäßig mehr Selbstmorde als Tote durch Soldaten, Terroristen und Kriminelle zusammen. Völlerei, Qualm und Schnaps allein zu Haus sind die schleichenden Killer. Der selbstbestimmte Gang zum Eckbäcker, die gewohnte Zigarettenpause, der tägliche Griff zur Flasche und die melancholische Einsamkeit unter Vielen haben es also in sich.
Das natürliche Altern ist mit der erhöhten Ausschüttung entzündungfördernder Botenstoffe verbunden. Bei Älteren neigt sowohl das ererbte als auch das erworbene Immunsystem eher zu entzündlichen Reaktionen im Bindegewebe der Organe und des Muskelskeletts. Dieser Zustand der leichten systemischen und chronischen Entzündung unterscheidet sich erheblich von dem einer akuten Entzündung, die durch fünf Entzündungszeichen gekennzeichnet ist ( Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz, Funktionsverlust ) und Fieber, Krankheitsgefühl, Leukozytenanstieg, CRP-Erhöhung und BSG-Beschleunigung hervorruft.

 

 

Um fremde Einddringline,
welche die anatomischen Barrieren überwunden haben, kümmern sich der Organismus mit einzelnen Elementen des Immunsystem. Zunächst die angeborene unspezifische  Abwehr, welche genetisch im Erstkontakt jene Fresszellen bildet, zu denen Makrophagen, Monozyten und neutrophile Granulozyten gehören. Aber auch im Blut gelöste Eiweiße mit eigener Abwehrfunktion zählen dazu. Die Abwehrzellen werden mustergültig über chemische Botenstoffe ihrer Rezeptoren angelockt und sind auch bei einer Wunde oder einem Infektionsherd am Ort des Geschehens. Körperfremde Eindringlinge werden einfach von den Fresszellen umschlossen und nach und nach abgebaut.
Um schneller auf wiederkehrende Bedrohungen reagieren zu können, gibt es die erworbene spezifische Abwehr. Wichtigster Bestandteil sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Sie entstehen im Knochenmark. Sie sammeln sich später in den Lymphknoten und der Milz. B-Lymphozyten bilden genau passende Abwehrstoffe gegen eine bestimmte Art von Erregern - die sogenannten Antikörper. Diese Antikörper binden an den jeweiligen Erreger und markieren ihn damit, so dass er schneller von den Fresszellen unschädlich gemacht wird. Das Besondere: Die B-Zellen merken sich die Beschaffenheit der Erreger. Bei einer erneuten Infektion kann der Körper ganz schnell passende Antikörper produzieren und sich verteidigen. Diese Form der Abwehr steht jedoch nicht sofort zur Verfügung. Sie muss erst erlernt werden. 
Was in jungen Jahren sehr nützlich ist, nämlich die umgehende Aktivierung von Immunzellen mit vermehrter Ausschüttung von Zytokinen, wirkt im Alter entsprechend der These " pay later " eher schädlich. Damit spielt anfangs die Thymus-Drüse eine überlebenswichtige Rolle. Dessen Rückbildung beginnt bereits mit der Geschlechtsreife und ist etwa in der Mitte des Lebens abgeschlossen. Danach ist keine Reifung von T-Lymphozyten und Killer-Zellen mehr möglich, wodurch das Immunsystem auf die Abwehrkraft der bis dahin gebildeten T-Lymphozyten angewiesen ist. In jungen Jahren hat der Körper einen hohen Anteil an T-Lymphozyten, einen geringen Anteil an Gedächtniszellen und kaum Effektorzellen. Im Alter ist es dagegen genau umgekehrt: Es dominieren die Effektorzellen, die Gedächtniszellen sind an zweiter Stelle und es sind kaum noch unaktivierte T-Lymphozyten vorhanden. Durch diese Umkehr verändert sich die Ausschüttung von Zytokinen ( u.a. Interleukine , Interferone, Tumornekrosefaktor  ), welche besonders nachts gebildet werden. Dies wiederum bewirkt unter anderem eine schlechtere Reifung restlicher Abwehrzellen ( B-Lymphozyten ) und eine verminderte Bildung von Antikörpern. Deshalb konzentriert sich die Medizinforschung auch auf die sog. Monozyten, welche Vorläufer von Makrophagen sind und als Fresszellen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Bei Infektionen und Entzündungen ist ihre Zahl häufig erhöht. Monozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen und entstehen im Knochenmark. Sie wandern vom Blutkreislauf in die Gewebe und wandeln sich dort vorwiegend in Makrophagen um. Trifft eine solche Zelle auf einen Erreger, frisst sie ihn regelrecht auf. Teile davon präsentiert sie auf der Oberfläche anderer Abwehrzellen und ermöglicht so die Produktion speziell dagegen gerichteter Antikörper. Unabhängig davon ist die alternde Zelle im Vergleich zur jungen Zelle in ihrer Funktion und Reaktion deutlich starrer. 

 

Kaum sind die Kinder aus dem Haus,
wird das Leben zur Aufgabe. Ein scheuer Seitenblick auf die Alterspyramide läßt verständlich erscheinen, dass das Immunsystem nun länger aktiv sein muss, obwohl es genetisch noch nicht für das Erreichen eines hohen Lebensalters ausgelegt ist. Dabei ist teilweise schon erklärt, was uns, die wir keine Fressfeinde haben, in Ruhe altern läßt und was der biologische Sinn von Altern überhaupt sei. Das Batterie-Argument, in jeder Zelle arbeite ein Programm, womit nach 50 bis 150 Teilungen die Uhr abgelaufen ist, ist zusammen mit dem Maschinen-Modell des Körpers verworfen.
Eine inzwischen anerkannte Herausforderung ist die Eingrenzung der freien Radikale. Diese abgebrühten Elemente entstehen aus den Energiekraftwerken in den Zellen ( Mitochondrien ), welche in kleinen Einheiten uns mit nötiger Energie zum Denken, Ausruhen oder Bewegen versorgen oder einfach nur die Körpertemperatur konstant halten. Natürlich fallen bei jeder Überforderung mehr Radikale an, als der Organismus von selbst beseitigen kann. Aber auch im Laufe der Lebenszeit hinterlassen die radikalen Sauerstoffmoleküle ein Bild der  Verwüstung, wenn alles was mit Geschwindigkeit zu tun hat, langsamer wird und unser Regenerationssystem nicht mehr nachkommt. Alternde Zellen erholen sich weniger rasch von den Entzündungen des Alltags, von Hitze oder Kälteübertreibungen, von hormonellen Krisen und auch von Strahlendosen des Sonnenlichts. 
Außerdem wird unser Erbgut, dass in jeder einzelnen Zelle steckt, bei jeder Zellteilung verkürzt. Das trifft uns besonders hart, weil wir uns gerade an den Gedanken gewöhnt haben, dass wir keine Maschinen sind, sondern die Zeit unsere Wunden heilt, weil viele Körperzellen sich teilen und so die Organe und Gewebe des Körpers ständig erneuern. Allerdings gibt es beim Teilen auch Schwund, wodurchsich das Erbgut, das in jeder Zelle steckt, verkürzt. Um dem entgegenzuwirken, gibt  Schutzkappen des Erbguts, welche durch ein Enzym so gut es irgend geht, erneuert werden. Allerdings nur bei bestimmten Zellen. Alle anderen verlieren nach und nach ihre Erbinformation, können sich nicht erneuern und sterben ab. Unmerklich, aber wahr.  
Damit stellt sich die Frage, warum die Evolution nicht geregelt hat, dass alle Zellen mit Schutzkappen versorgt sind, wir alle viel länger leben bis leichtsinnige Forschung oder Naturkatastrophen uns irgendwann gemeinsam wegraffen. Das Argument, dass Alte für die Jungen Platz machen müssen, weil zuwenig Nahrung zur Verfügung steht, kann geregelt werden. Die Tatsache, dass Jüngere anpassungsfähiger auf neue Umweltbedingungen besser reagieren, ist auch nur eine Frage des Tempos. 

Tatsache ist allerdings, dass unsere Generation der Erwachsenen die deutlich größte Gruppe in den Industrieländern im Vergleich zu Kindern und Alten ist, im Wohlstand lebt und eine Generation mehr Lebenszeit dazu erhält. Das Ausmaß ist an den Müllbergen abzulesen, denn der stmmt aus dem Wohlstand der Erwachsenen in Industrieländern. 
Diese gewonnene Lebenszeit öffnet parallel die Tür für ungebetene Gäste, nämlich für chronische Entzündungen, welche schleichend feingewebliche Schäden in den Organen und Gelenken anrichten. Arthritis und Spinalkanalenge stehen genauso auf der Gehaltsliste wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfälle, Alzheimer und Krebsentartungen. Tatsächlich sind im Blut von adopösen Leuten häufig erhöhte Konzentrationen von Zytokinen nachweisbar, die am Entzündungsgeschehen in den Gelenken beteiligt sind. Neben Verletzungen und Operationen sind epigenetische Veränderungen auffällig, welche jene Gene aktivieren, die für die Arthrosebildung anschaltbar sind. Diese Entzündungsbereitschaft ist im Lebenstil verknüpft und somit kann das Ernährungs- und Abwehrverhalten der Elterngeneration sich unmittelbar auf das Entzündungsverhalten im Gewebe der nächsten Generation auswirken.
Manche Mönche kennen diese Form des Entzündungsaltern  nicht und fallen nur vor Altersschwäche um. Sie leben wie Eremiten, halten drinnen lange Zwiegespräche mit ihrem Gott, verrichten draußen kleine Tätigkeiten, gehen früh schlafen, essen anstatt Fleisch, Soße und Nudeln viel Gemüse, Obst und Fisch. Im Sommer um zehn Uhr morgens und schon am frühen Abend. Im Winter abends fast nichts bis ganz wenig, weil hier bei uns der Stoffwechsel in dunklen Monaten verlangsamt ist.

Man kann natürlich um Gottes Willen fragen, warum es überhaupt lohnt, in dieser Kargheit lange zu leben. Aber unter den Hundertjährigen sind mehr Phiolosophen als Zehnkämpfer und ihre Ratschläge sind ähnlich: den Kopf kühl und die Füße warm halten. Vieles merken, aber nur weniges, dafür endgültig erledigen. Tief schlafen und den Tag regelmäßig einteilen. Den maßvollen Umgang mit Wein pflegen, viel Obst und Gemüse essen, aber trotzdem tolerant sein, wenn man Hühnchenfleisch auf den Teller legt. 

 

Ohne Essen
sterben wir irgendwann. Mit zuviel Nahrung auch, aber schon früher. Man stirbt nämlich nicht gleich, wenn man nichts isst. Sondern viel eher, wenn man meint, Hunger zu haben und sich belohnen will. Der Hunger signalisiert nur, dass der Zuckerspiegel im Blut gesunken ist. 
Vorzeitiges Altern ist eine Anhäufung von Gewohnheitsfehlern auf zellulärer und genetischer Ebene und hängt mit der feingeweblichen Entzündung zusammen. Die Medizin steht nicht nur mit dem mahnenden Zeigefinger davor, sondern hat herausgefunden, dass schon nach einer vierwöchigen Umstellung der Nahrung sehr viele Gene an oder abgeschaltet werden. Deshalb versucht die Medizinindustrie fieberhaft Moleküle zu erzeugen, welche die Gene zum Schweigen bringen. Es wird wohl bald Präparate geben, welche die Zellreparatur anregen, den Stoffwechsel regulieren, die biologische Uhr zurückstellen und die Oxidation zu freien Radikalen verhindern. Zu welchem Preis, wird man sehen. Bis dahin bleiben uns nur die Stellschrauben gegen die Überlast im Lebenswandel.
Natürlich braucht der Organismus noch Zucker für seine Energie. Allerdings bei weitem nicht mehr so viel, denn alles, was mit Geschwindigkeit zu tun hat, geht nach den Füllejahren zur Erhaltung der Art, zurück. Seit jeh hat er gelernt, zeitweise Knappheit auszusitzen und in Leber, Muskel und Bauchfett nötige Reserven einzuspeichern. Geben wir unserem Organismus also die Chance, jeden Bissen von gestern vollständig auszukosten und die Reserven aus den Zellen aufzubrauchen.
Ständiges Hungern verstärkt allerdings nur das Gefühl, auf bessere Zeiten zu warten und damit die Neigung, zu hamstern und an Gewicht zuzulegen. Andererseits erscheint übertriebene Askese lethargisch, ausgezehrt und gebrechlich. Eine reflektierende Einkehr soll nicht zur radikalen Umkehr, zurück zu dem Leben der Wilden geraten. Sondern nur zurück zu einer Ebene, wo Essen nicht selbst befriedigt, sondern wieder Leib und Seele zusammenhält.  Obst und Gemüse binden diese aggressiven, vom Stress- und Schmerzverhalten übriggebliebenen Sauerstoffprodukte bis zur Unschädlichkeit. Denn die ungesunde Wirkung verschiedener Lebensweisen ( Rauchen, Alkohol, Übergewicht, schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, fehlende Neugierde, Zukunftsängste und übermäßiger Stress ) stehlen geschätzt 17 Lebensjahre bei Männern, bei Frauen fehlen immerhin 12 Lebensjahre. Leider haben auch Menschen, die unfreiwillig hart arbeiten müssen oder in Armut leben, eine geringere Lebenserwartung. Eine optimale Lebensweise mit viel Gemüse, Bewegung, neugiere Kontakte zur richtigen Zeit am ruhigen Ort und Freude, ermöglichen dagen zusätzliche Lebenszeit.  

 

An Nährstoffen
fehlt es dem überwiegenden Anteil der Bevölkerung keineswegs. Trotzdem verzehrt ein Drittel der Deutschen täglich seine Dosis sorgsam ausgewählter Nahrungsergänzungsmittel, weil der Arzt und Apotheker bisher den Verbraucherzentralen keine Risiken oder Nebenwirkungen anbieten konnte. Die Werbung raubt unsere rare Aufmerksamkeit mit wohlklingenden Versprechen, wonach Vitamine, Mineralstoffe  oder sekundäre Pflanzenstoffe  jedem zu einem gesünderen Leben verhelfen. Davon erschreckt kaufen Verbraucher häufig vorsorglich Nahrungsergänzungsmittel, erhalten aber zu wenig verlässliche Informationen über die Produkte und unterschätzen daher mögliche Nachteile. Tatsächlich sind die meisten Pillen, Pulver und Kügelchen schlicht wirkungslos für Menschen, die sich normal ernähren, also keinen Mangel an bestimmten Nährstoffen haben. Denn es ist eher wahrscheinlich, dass die vielen Spurenelemente und Moleküle im Darm verweilen und nicht den komplizierten Weg in Bedarfszelle finden, um dort die Arbeit der Molküle und Ionen wie versprochen zu regeln.
Bei Vorerkrankungen, durch Wechselwirkungen mit Medikamenten oder bei zu hoher Dosierung einzelner Inhaltsstoffe können einige Produkte aber auch schaden. Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland gesetzlich definiert als Nährstoffe in konzentrierter Form, zum Beispiel in Kapseln oder Tabletten, die nur dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Eine Zulassung wie bei Arzneimitteln gibt es nicht. Die Produkte werden auch nicht auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit sowie die Richtigkeit der Werbeaussagen hin überprüft. Dafür ist ganz alleine der Hersteller verantwortlich. Und der unterliegt nur dem Futtermittelgesetz und damit den Regeln zur Herstellung von Lebensmitteln.

Die Dosis macht das Gift.
Man kann berechtigt einwenden, dass in unseren Lebensmitteln durch frühere Ernte, lange Transportwege und Maßnahmen zur Haltbarkeit weniger wirksame Vitamine, Antioxidantien und Mineralien enthalten sind. Die haltbarsten Nahrungsmittel, besonders auffällig solche, die großmäulig angepriesen werden, enthalten jedoch jede Menge Stoffe, die zwar den Hunger kurzfristig stillen, aber viel Zucker in das Blut schwemmen. Dann muss schnell viel Insulin produziert werden, um den Zucker in die Zellen zu treiben. Das steigert sich zu chronisch entzündlichen Erkrankungen vor allem am Muskelskelett, aber auch an den Gefäßen und dem Bindegewebe im Gehirn.
Viele leben gut damit und meinen, der Körper holt sich schon, was er braucht und hängt den Rest über den Gürtel. Doch das Bauchfett gilt als besonders problematisch. Männer steigen erst mit 85 cm Bauchumfang in die bedrohliche Zone der chronischen Entzündungen ein. Frauen sind von Natur aus anders, verarbeiten den Stress auf ihre Art und sind schon ab einem  Umfang von 75 cm im erhöhten Risiko. Der Body-Mass-Index ( BMI ) basiert auf der Formel: Körpergewicht (in Kg ) geteilt durch Körpergröße ( in Metern) zum Quadrat und sollte zwischen 19 und 25 liegen.
In den Medien, die uns erst aufs Neue empören, nur um uns danach weider erregt zusammenzuhalten, herrscht Konsens über folgende Entzündungshemmer auf dem Teller

 

 

Dabei ist es günstiger, die Nährstoffe nicht, wie üblich für den Konsum medizinischer Leistungen, in Pulvern, Pastillen, Tabletten, Kapseln oder Säften zu rezeptieren, sondern täglich eine große Tüte im Original vom Markt zu besorgen. Der Organismus weiß zwar nicht, worum es geht, zerlegt aber wortlos die Fische, das Gemüse, das Obst, die Pflanzen und auch das kleine Glas Rotwein in Spurenelemente, Proteine, Lipide, Kohlehydrate und andere Substanzen, mit denen er etwas für sein Fließgleichgewicht ( Homöostase ) des Stoffwechsels anfangen kann. Zudem ist es nicht nur wichtig, was  man ist, sondern wann  man isst. Eine Esspause von 15 Stunden am Tag nutzt jeder Boxer, wenn er zum Kampf Gewicht machen muss, ohne seine Kraft zu verlieren.
 

 

In sich ruhende Leute
erleben die Kräfte seit jeh auf dem behutsamen Weg inmitten des Lärms und der Hast dieser Welt. Sie vergessen nie, welcher Friede im Schweigen liegen kann und leben, soweit als möglich und ohne sich selbst aufzugeben, in guten Beziehungen zu anderen Menschen. Sie hören anderen zu, sogar den Arroganten und Dummen, denn auch sie haben ihre Geschichte und verkünden ihre Wahrheit ruhig und klar. Trotzdem meiden sie laute und aggressive Leute, denn die bringen nur Verdruß. 
Es ist gut möglich, dass sie entweder stolz oder verbittert sind, wenn sie sich mit anderen vergleichen, denn immmer wird es bedeutendere und unbedeutendere Menschen geben, als sie selbst. Stattdessen freuen sie sich über das Erreichte genauso wie über ihre Pläne, doch sie sind auf jeden Fall demütig. Dazu bleiben sie täglich vorsichtig in ihren Geschäften, denn die Welt ist voller Betrügereien. Sie verschließen sich jedoch nicht dem Wert der Tugenden: viele Menschen streben nach hohen Idealen und deshalb ist das Leben voll von stillem Heldentum.
Sie sind sie selbst, heucheln sie keine Zuneigung und spotten nicht über die von anderen. Sie tragen freundlich die Bürde der Jahre und geben mit Anmut alles auf, was der Jugend zusteht.
Stets sind sie strebend bemüht, die Kraft ihre Geistes zu nähren, um dem plötzlichen Unglück gewachsen zu sein. Viele Ängste entstehen aus Müdigkeit und Einsamkeit. Neben einer heilsamen Disziplin sind sie freundlich zu sich selbst.
Wie alles sind sie ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne. Sie haben ein Recht, hier zu sein. Und die Kraft des Universums wird sich so entfalten, ob ihnen das klar ist oder nicht.
Sie leben in Frieden mit ihrem Gott oder was immer sie sich darunter vorstellen. Und was immer ihre eigenen Bemühungen und Absichten sein mögen: sie halten Frieden mit ihrer Seele in diesem lärmigen Durcheinander des Lebens. Mit all ihrem Schein, ihren Kümmernissen und zerbrochenen Träumen ist diese Welt, in der sie leben, dennoch wunderbar.

In unserer Welt leben viele vorsichtige Menschen, die nach diesem Rezept streben, was ein unbekannter Verfasser vor über 300 Jahren in einer alten Kirche liegen ließ, um anderen zu erzählen wie es ist, glücklich zu sein.  
Für Leute von heute reicht es aus, wenn das Geld reicht, sie mit der Familie, Freunden und Kollegen auf Augenhöhe sind und ihre Zeit nicht mit allerlei Apparaten sinnlos verstolpern. Man passt sich an das Gerät an, an sonst gar nichts.